Kräuter von Lausitzer Wiesen

[2004]
Das Restaurant ist geschlossen.

[2003]
Die Karte ist kleiner geworden, es gibt ein Menü und genug Gänge a la Carte, um sich ein zweites Menü zusammen zu stellen. Auch zwei Schließtage gehören zu den Neuerungen, die auf Anpassung an die Besucherströme schließen lassen. Aber die Qualität der Küche hat nicht nachgelassen, und bei unserem Besuch waren auch alle Plätze im Gutshof Hedicke besetzt. Nahezu unschlagbar sind nach wie vor die Gerichte, in denen die Kräuter der umliegenden Wiesen Verwendung finden wie bei der Kräutersuppe mit (ganzer) Tomate oder dem Löwenzahnsalat (mit Würfeln von der Barbarieentenbrust. Zwischen Platz- und Servierteller kommen die Kräuter allemal vor und sind ein nett anzuschauender Schmuck, den man auch naschen kann...

[2002]
Garben von Getreide als Blumenschmuck und Pimpinelle, Schafgarbe und Borretsch auf den Tellern: Am östlichen Rand der Republik schöpft das Restaurant im Gutshof Hedicke vor den Toren der Stadt Görlitz aus dem Vollen der Natur. Blüten und Blätter auf den Tellern sehen gut aus und schmecken – sind aber nur Schmuck.

Doch auch die eigentlichen Gerichte wie „Kalbsleber mit feinem Apfel-Calvados-Confit in der gebackenen Zwiebel auf Malagajus“ oder in Haselnuss gebratene Lachswürfel im Safransud lohnen den Ausflug.

[2001]
Es gibt Menschen, die halten Görlitz für die schönste Stadt Deutschlands. Wer in der Gegend gut essen will, bekommt davon allerdings nichts mit: Die beste Gelegenheit zur Einkehr bietet sich nämlich erst einige Kilometer nördlich der Grenzstadt an der Neiße in Ludwigsdorf. Hier, wo sich bereits das polnische Funknetz in die Mobiltelefone einbucht und sich (wie man früher sagte) Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, warten Madalena und Eike Hedicke auf ihrem Dreiseit-Gutshof mit kulinarischen Überraschungen auf.

Das Restaurant im alten Pferdestall (mit Säulen und Gewölben) ist edel ausgestattet und dekoriert, und was auf den Tisch kommt ist immer dann unvergleichlich, wenn sich die Küche kreativ der Kräuter von Lausitzer Wiesen und anderer heimischer Produkte bedient, um sie leicht und fein zu servieren.

Wie schmeckt der Frühling und der Sommer? Wie "Ludwigsdorfer Wiesenkräuterschaum" (gibt es separat oder im achtgängigen "Menu de jardin", das rein vegetarisch ist)! Hier könnte man zum Vegetarier werden, muss es aber nicht, denn auch "Barbarie-Entenbrust unter der Kartoffelkruste auf feinem Ratatouille" oder Klassiker wie Roastbeef mit Spargel und neuen Kartoffeln kommen perfekt auf den Tisch.

Gutshof Hedicke
Neißetalstr. 53
02828 Görlitz-Ludwigsdorf

Ulrich van Stipriaan

Recherche-Beitrag für "Der Feinschmecker" · Stand 6/2002



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